AWO Bayern: Negativrekorde bei der Altersarmut sind ein Armutszeugnis für Bayern

Veröffentlicht am 31.03.2015 in Soziales

Fast jeder Fünfte – 19,5 Prozent der Bevölkerung –, der in Bayern lebt, ist laut Landesamt für Statistik über 65 Jahre alt. Künftig wird der Anteil der Seniorinnen und Senioren weiter steigen: Laut derselben Quelle wird der Anteil der über 65-Jährigen bis zum Jahr 2032 um 39 Prozent in die Höhe schnellen. „Vor diesem Hintergrund ist es besorgniserregend, dass ausgerechnet viele der älteren Menschen in Bayern von Armut bedroht sind, nämlich 21,3 Prozent, bei den Rentnerinnen und Rentnern sogar 25 Prozent. Das ist ein Armutszeugnis für Bayern, eines der reichsten Bundesländer in einem der reichsten Staaten der Welt“, urteilt Thomas Beyer, Landesvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt in Bayern, anlässlich des Tags der älteren Generation am 1. April.

Der Aktionstag wurde 1968 von der Kasseler Lebensabendbewegung (LAB) initiiert und soll alljährlich auf die Belange von Seniorinnen und Senioren aufmerksam machen. Dass viele ältere Menschen bedürftig sind, zählt zu den beherrschenden Themen.

Ein Indiz für die verbreitete Altersarmut in Bayern ist die laut Sozialbericht durchschnittliche Altersrente, die im Freistaat 723 Euro beträgt (erstmaliger Rentenbezug; Stand 2012). Damit ist das reiche Bayern im Vergleich zum Bundesdurchschnitt – 757 Euro – Schlusslicht. Parallel dazu ist der Bezug von Grundsicherung im Alter in den letzten zehn Jahren in Bayern um fast 40 Prozent gestiegen.

„Kein Mensch sollte seinen Lebensabend in materieller Not und somit mit existenziellen Ängsten verbringen. Deshalb fordert die Arbeiterwohlfahrt eine auskömmliche Mindestrente wider die grassierende Altersarmut“, erklärt Beyer.

 

Über das Thema Altersarmut hinaus gibt es zahlreiche Belange älterer Menschen, die mehr in den Fokus unserer zunehmend alternden Gesellschaft gerückt werden müssen. Dazu gehört die Schaffung von ausreichend bezahlbarem barrierefreiem Wohnraum, die Erweiterung des Pflegebegriffs, die Gründung von Seniorengenossenschaften und nicht zuletzt die Verbreitung von positiven Altersbildern.

 

 

Die AWO in Bayern zählt rund 65.000 Mitglieder und beschäftigt rund 26.000 haupt­amtliche Mitar­beiterinnen und Mitarbeiter. Darüber hinaus engagieren sich rund 13.500 Menschen ehrenamtlich in verschiedenen sozialen Bereichen. In über 1.700 Einrichtungen und Diensten ist die AWO landesweit gesellschaftlich aktiv und auf allen Gebieten der sozialen Arbeit, der Erziehung, der Bildung und des Gesund­heits­wesens tätig.

 

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